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Dienstag, 8. März 2011

Putzseife - Bericht

Guten Morgen allerseits :)
Am vergangenen Wochenende stand im Hause Fyolicious das Projekt Putzseife an.

Über die letzten 12-18 Monate hatte sich bei mir einigs an Kantenstückchen, Abschnitten usw. angesammelt, die schon viel zu trocken waren, um sie in neuer Seife zu versenken bzw. die einfach nicht (mehr) schön aussahen.Was also tun, wenn man sie nicht mehr direkt wiederverwerten kann? Kleine Mengen benötige ich in geraspelter Form für Badepulver und Co... aber in den Mengen? Nee! Und zum Wegschmeißen sind mir die Reste dann auch wiederum zu schade... Da sind Putzeifen doch eine willkommende Alternative. Putzen muss frau ja ohnehin und wie putzt das Seifensiederherz denn lieber, als mit der eigenen Putzseife?

Schon seit Monaten stand deshalb eine entsprechende Notiz auf der Seifen-To-Do-Liste - PUTZSEIFE! Aber da es in den letzten Monaten ohnehin nur wenig Seife gab und dann wichtigere Projekte Vorrang hatten, stand "Putzseife" vorm Wochenende immer noch auf der Liste. Da ich Freitag frei hatte, habe ich dann aber gleich die Chance genutzt, dieses Vorhaben in die Tat umzusetzen .. (insgeheim hatte ich ja Lust auf etwas Panscherei).
Also habe ich von meiner Mama ihren großen Edelstahltopf ausgeliehen (in meinen Seifentopf wird schon bei mehr als 1,3kg Fettmasse echt schwierig), einen Salzvorrat aus dem Supermarkt besorgt und los gings...

Hier habe ich euch mal das beschrieben, was ich gemacht habe. Ausführliche Anleitungen findet ihr einige im Netz (z.B. von goodgirl), falls ihr nach meinem Bericht auch Lust auf Putzseife bekommt *zwinker*

Man braucht:
Eine Menge Seifenreste
Wasser
NaOH
Salz (einfaches Tafelsalz)
einen möglichst großen Topf
ein Sieb o.ä. zum Abschöpfen
eine Dose/Schale o.ä. für den abgeschöpften Seifenleim

...und dann kanns losgehen

Schritt 1: Seifenreste raspeln / kleinschneiden
Nun müssen die Seifenreste möglich kleingeraspelt werden. In meinem Fall waren die meisten Reste schon kleingehackt oder geraspelt, größere Stücke wurden dann noch zerkleinert, damit sie sich schneller auflösen - je kleiner die Stückchen, desto schneller geht der ganze Ablauf:



Schritt 2: Seifenreste schmelzen und überschüssiges Fett verseifen
Als nächstes werden dann die Seifenreste mit reichlich Wasser übergossen (sie müssen richtig im Wasser schwimmen, sonst brennt die ganze Sache schnell mal an) und dann unter Wärmezufuhr und mit sehr geduldiger Rührerei geschmolzen. Zusätzlich wird dann etwas Lauge hinzugegeben, um die überschissigen Fette zu verseifen, die wir ja immer in unseren selbstgesiedeten Seifen haben. Was in der Dusche nicht wegzudenken ist, hat aber in der Putzseife nichts zu suchen (wir wollen ja keine Schlieren auf dem geputzten Boden) - also müssen die überschissigen Fette verseift werden. Die Menge des NaOH's kann hierbei pi mal daumen gewählt werden, da die überschüssige Lauge später ohnehin ausgesalzen wird. Ich habe auf meine Menge ca. 5-6 Esslöffel verwendet.

Die Masse wird dann so lange unter Wärmezufuhr geschmolzen, bis sich eine relativ homogene Masse gebildet hat - je mehr man rührt, desto besser und schneller lösen sich die Seifenreste. Große Stückchen, die sich nicht auflösen, können ggfls. mit einem Löffel rausgefischt werden.

Hier schon recht gleichmäßig, aber noch mit Stückchen drin
Wenn die Masse dann in etwa so aussieht wie auf dem letzten Bild (wobei die Farbe nicht aussagekräftig ist - bei meiner zweiten Putzenseifen-Charge war die Masse ziemlich grün), kann mit dem ersten Aussalzvorgang begonnen werden.

3. Schritt: Aussalzen
An diesem Punkt empfehle ich, den Topf von der Herdplatte zu nehmen, da bei mir die Masse bei Hinzugabe des Salzes ordentlich zu blubbern anfing..
Nun kommt der erste Aussalzvorgang: Dazu wird nach und nach das Salz hinzugegeben (bei mir 500g Salz je Aussalzvorgang auf den großen Topf mit Seifenresten) und geduldig gerührt. Man sieht, dass man genug Salz hinzugegeben habt, wenn sich der Seifenleim von der Flüssigkeit trennt - wer schon einmal eine getrennte Seife beim Sieden erlebt hat, wird das Bild sicher kennen *zwinker*. Dann wird noch ein paar mal käftig gerührt.

4. Schritt: Seifenleim abheben
Den Seifenleim, der sich jetzt oben im Topf abgesetzt hat, muss nun abgehoben werden. Ich persönliche verwende dazu ein Sieb, aber man kann auch Schöpfkellen, Löffel o.ä. verwenden. Man nimmt auch einiges der braunen Flüssigkeit mit, was aber hier nicht weiter schlimm ist, da ja ohnehin direkt zum nächsten Schmelz- und Aussalzvorgang fortgeschritten wird. So kann die abgeschöpfte Seifenpampe dann aussehen:

Und so sieht dann die Laugen/Farben/Duft-Überschuss-Salzwasser-Flüssigkeit aus, die im Topf zurückbleibt

5. Schritt: Wiederholen von Schritt 2-4
Nun wird die Seifenmasse wieder in frisches Wasser gegeben und erneut unter Wärmezufuhr und Rüherei zu einer homogenen Masse verschmolzen (hier aber nicht mehr mit Zugabe von Lauge). Dann erneut aussalzen, abheben usw.
Die Vorgänge werden so oft wiederholt, bis die Flüssigkeit, die am Ende im Topf zurückbleibt, möglichst klar und hell ist. Bei mir waren das 4-5 Aussalzvorgänge.

6. Schritt: Formen oder wie?
Nach dem letzten Aussalzvorgang muss die Seifenmasse noch irgendwie in Form gebracht werden. Mir persönlich ist das nur bedingt gelungen, da man zum einen immer recht viel Flüssigkeit mit abschöpft und die dann ja irgendwie wieder wegmuss und zum anderen bröckelt das Ganze beim Trocknen doch sehr. Hier muss jeder für sich selbst ausprobieren, wie er am besten klarkommt. Ich habe es mit zusammenpressen im Rohr und in der Blockform sowie mit Einzelformen versucht - alles mit mäßigem Erfolg. Wichtig ist allgemein aber, das Gebröckel möglichst fest zusammenzudrücken!

7. Schritt: Fertig - Ergebnis?
Ja... und dann hat man Putzseife. Sie muss zwar noch etwas trocknen, aber fertig ist sie schon :)
So sah meine erste Charge Putzseifen aus, farblich mit einem schweinchenrosa-Touch:
Ich muss aber zugeben, dass die einigermaßen runden und zusammenhaltenden Stücke auf dem Bild wirklich die Ausnahme sind.. die meisten Stücke haben nicht gehalten und nun habe ich viele Putzseifen-Brösel. Aber die Stückchen und Brösel werde ich nach dem Trocknen ganz fein bröseln und in Tütchen zu Putzseifen-Pulver verpacken :)

Da hatte mich das Putzseifen-Fieber gepackt und ich habe gleich am Samstag (zusammen mit meiner jüngsten Schwester, die mir geduldig beim Rühren beigestanden hat  - danke, Süße!) die andere Hälfte der Reste zu Putzseife verarbeitet. Diesmal farblich ganz anders - eher grau-grünlich - und auch der Versuch mit der Blogform war nicht so erfolgreich:


Ich hoffe, euch hat mein kleiner Putzseifen-Bericht gefallen :) Jetzt habe ich wohl erstmal Putzseifenvorräte für die nächsten Jahre *lach*
Ich hätte es zwar vorher nicht vermutet, aber Putzseife machen macht wirklich Spaß! Es ist zwar eine riesen Sauerei und eine ganz schöne Pamperei (danach muss man dann wirklich erst einmal putzen *lach), aber man kann eigentlich nichts falsch machen und ich finde es spannend, wie aus den vielen, bunten und verschieden duftenen Seifenresten dann am Ende eine seifig duftende, farblich einheitliche Putzseife wird!

Huch, nun ist der ganze Bericht doch etwas länger geworden, als ich geplant hatte. Ich hoffe, ich hab euch durch die länge des Beitrages jetzt nicht vergrault *schäm*

Einen weiterhin sonnigen Dienstag,
eure fyo

Kommentare:

  1. Die Umstellung des Designs gefällt mir seeeeehr gut, so klar und aufgeräumt, klasse.

    An Putzseife habe ich mich noch nicht rangetraut, wie sehen die gereinigten Flächen im Licht aus? Kann man Schlieren erkennen? Ich verwende überwiegend Essigreiniger mit Sprühkof, reinigt hervorragend aber nimmt mir die Luft zum Atmen wenn ich es zu doll treibe.

    Wegen der Tags schreibe ich Dir noch mal.

    LG Andrea

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  2. Sieht doch gut aus - ich hab da auch gesammelt und Putzseife auf der ToDo-Liste, aber irgendwie haben andere Dinge immer Vorrang ...
    (Und psssst, es heißt überschÜssig! *g*)

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  3. Danke, Andrea, mir gefällt es so jetzt auch wieder viiieeeel besser!

    Zum Putzergebnis: Ich habe die Fliesen im Keller meiner Eltern mit der Putzseife gewischt (weiß, eher matt, aber auch leicht glänzend), das ging wirklich sehr gut! Ein Test in meiner Wohnung steht noch aus, ich hatte sie vorm Benutzen erst noch etwas trocknen lassen wollen. Da kann ich die Tage dann aber mehr berichten =)

    @chaosqueen: Das ging mir auch ewig so, dass es immer auf der ToDo-Liste stand und immer weiter runterrückte. Aber ich hab festgestellt, dass man das ganz gut nebenher machen kann, während man eh am Seifentopf steht, hihi..
    (uuuups... danke für den Hinweis, werd ich sofort ändern)

    Lg, fyo

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  4. Ahhhh - Putzseife! Super! Mach ich auch gerne neben der Bügelarbeit :) Praktisch, wenn die Siedeküche im Wäschekeller ist *g*. Vorne wird die Wäsche gelegt und hinter mir blubbert die Putzseifensuppe leise vor sich hin.
    Das deine so bröselig wurde kann daran liegen, dass beim letzten Aussalzgang zu viel Salz in die Suppe geraten ist. Da dosier ich immer ganz vorsichtig und nur grade so viel wie nötig.
    Wenn du den Seifenkern nach dem letzten Aussalzen einfach in eine Schüssel schöpfst, bis zum nächsten Tag stehen lässt, nochmal grob raspelst, was mit dem frischen Zeug recht flott geht, nochmal einschmilzt und dann in die Blogform gießt, dann bekommst du ganz wunderbare Stücke :)

    putzseifige Grüße
    niki

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